Point’n’Click – Adventure „Jack Keane“ veröffentlicht Eine Rezension von Holger Much

[Berlin]
Das Point’n’Click – Adventure „Jack Keane“ ist die neueste Produktion aus dem Hause 10tacle Studios/Deck13 und seit Anfang August im Handel erhältlich. Charmant wie „Monkey Island“ und mit lockeren Sprüchen á la „Simon, the Sorcerer“ ist das Spiel ein würdiger Erbe der großen Adventure vergangener Zeiten.

keane1.jpg
„Hoch auf dem Turm“
Quelle: Screenshot

Zum Inhalt
London, Kolonialzeit: Gerade erst aus den Klauen zweier Schuldeneintreiber vom „Big Ben“ geflüchtet, schlittert der glücklose Seefahrer „Jack Keane“ gleich in ein neues Abenteuer. Im Auftrag des Geheimdienstes ihrer Majestät soll er nach Kappstadt segeln, um dort den Agenten Montgomery zu treffen. Diesen gilt es nach Tooth Island zu bringen. Dort plant der Bösewicht und Teeproduzent Dr. T. einen Schlag gegen das Britische Empire. Mit Hilfe von Fleischfressenden oder besser Pflanzenfressenden Pflanzen will er sich die Monopolstellung auf dem Teemarkt sichern. In Kapstadt trifft Jack Keane nicht nur den gesuchten Agenten, sondern auch die schöne Amanda, die ebenfalls auf dem Weg nach Tooth Island ist. Gemeinsam segeln sie ins große Abenteuer …

keane4.jpg
„Keane und Amanda“
Quelle: Screenshot

Rätselknackers Freud und Leid
Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel reicht von „einfach logisch“ bis „Adventure-unlogisch“. Viele Knobeleien lassen sich durch schlichtes kombinieren der vorhanden Gegenstände lösen. Ein Beispiel gefällig ? Angelrute + Nähgarn + Holzwurm = Eine Angel, mit der man eine Holzplanke aus dem Wasser ziehen kann. Andere Rätsel sind nur durch den Einsatz von 3 Tonnen Gehirnschmalz oder durch puren Zufall lösbar.

Kleine Spaßbremse: Auch dieses Spiel beinhaltet so manche Aufgabe, die für eine „künstliche“ Verlängerung der Spielzeit sorgt. So müssen einige Wege 3 bis 4 Mal gelaufen werden, um bestimmte Dinge zu sammeln oder auszuführen. Das ist ein bisschen schade, besteht das Spiel doch aus satten 13 Missionen.

keane3.jpg
2 Kleine Bürokraten
Quelle: Screenshot

Ob London oder Inselträume: Volle Grafikpower
Grafisch präsentiert sich das Spiel aufwendig im liebevollen Comicstil. Dies kann auch seine Tücken haben, denn bei allem Detailreichtum ist schnell ein nützlicher Gegenstand übersehen. Abhilfe soll eine so genannte Hotspot-Funktion schaffen – per Tastendruck werden alle im Bild enthaltenen Objekte angezeigt. Die Zwischensequenzen haben Kinoqualität und präsentieren sich im entsprechenden „Breitwandformat“.

Werbung

Hör mal, wer das spricht
Mit den deutschen Stimmen von Johnny Depp (Jack Keane) und Charlize Theron (Amanda) hat das Entwicklerteam auf jeden Fall einen guten Griff getan. Herausragend ist auch die Synchronstimme von John Cleese (Agent Montgomery). Hier konnte keine bessere Wahl getroffen werden. Die Stimme passt wie die Faust aufs Auge. Ob die Stimme dem Charakter angepasst wurde oder umgegehrt, ist allerdings nicht bekannt.

Von Körperwanderungen und Bonusgegenständen
Das Spiel enthält, neben vielen anderen, zwei erwähnenswerte Besonderheiten. Zum einen darf der Spieler, zwecks Lösung einiger Rätsel, zeitweise in den Körper der schönen Amanda schlüpfen – zum anderen sind in jedem Level Bonus-Gegenstände versteckt. Werden diese konsequent eingesammelt, schaltet sich im Laufe der Zeit der Menüpunkt „Bonusmaterial“ frei. Was sich dahinter verbirgt, wird hier natürlich nicht verraten.

keane2.jpg
Etwa Schleichwerbung?
Quelle: Screenshot

Etwas Schleichwerbung gefällig!?
Im Adventure finden sich eine Fülle von Anspielungen auf Abenteuerfilme, Begebenheiten und andere Computerspiele. Beispielsweise finden sich in einem Landen die Jacke und der Hut von Indiana Jones, mit denen man aber nichts anfangen kann. Ein netter Gag halt. Trotzdem sticht ein Gegenstand besonders ins Auge: In dem Hotel auf Tooth-Island steht eine Flasche mit Putzmittel, die nicht gerade vom Namen her, aber doch vom Design und Etikett arg an einen bekannten Powerreiniger erinnert. Sollte hier etwa Schleichwerbung im „Spiel“ gewesen sein – oder war das auch nur als Seitenhieb auf die Werbebranche gedacht? Wer weiß das schon 🙂

Fazit
„Jack Keane“ ist ein liebevolles Adventure der „guten alten“ Point’n’Click-Schule. Die Dialoge treiben einem beim Lachen die Tränen in die Augen und lassen die Zeit wie im Fluge vergehen. Auch die Grafik – damit ist nicht nur der weibliche Hauptcharakter Amanda gemeint – kann sich sehen lassen. Trotz mancher harter Rätselnuss ist das Spiel auch für Einsteiger geeignet. Die USK-Altersfeigabe ab 6 Jahre macht „Jack Kaene“ zu einem Computerspielspaß für die ganze Familie. Mehr davon …

Eckdaten
Preis: EUR 39,95
Medium: 1 DVD-Rom
Betriebssystem: Windows XP oder Vista
Prozessor Pentium IV 2GHz/Athlon 2,4 GHz besser 3,0 GHz.
512 MB Arbeitsspeicher – besser 1 GB
1,5 GB freier Festplattenspeicher
Grafikkarte DirectX 9.0c-kompatibel mit 128 MB besser 256 MB<

Weiterführende Informationen:
www.jackkeane.com